In meiner Sprechstunde in Berlin-Charlottenburg höre ich jeden Tag dieselbe Frage: „Frau Doktor Hoffmann, gibt es nicht etwas Pflanzliches gegen meine Beschwerden?" Seit 15 Jahren begleite ich Frauen durch die Wechseljahre – in meiner hormonellen Sprechstunde, aber auch als Kollegin an der Charité. Und ja, ich verstehe die Zurückhaltung gegenüber einer Hormonersatztherapie. Nicht jede Frau möchte oder kann Hormone nehmen.
Was mich allerdings beunruhigt: Viele meiner Patientinnen greifen zu Präparaten, die weder ausreichend dosiert noch durch Studien abgesichert sind. Der Markt für Wechseljahres-Nahrungsergänzungsmittel ist kaum reguliert – zwischen gut untersuchten Wirkstoffen und reinem Marketing liegt oft ein Abgrund.
Deshalb habe ich gemeinsam mit der Redaktion diesen Ratgeber erstellt. Wir haben 14 Produkte und Ansätze auf dem deutschen Markt systematisch gesichtet und die 6 relevantesten natürlichen Ansätze 2026 nach gynäkologisch-endokrinologischen Kriterien bewertet. Alle Bewertungen basieren auf veröffentlichten PubMed-Studien – nicht auf Herstellerangaben.
Mein Ziel ist realistisch: Keine Wundermittel versprechen, sondern evidenzbasierte Optionen aufzeigen, die als Ergänzung zur ärztlichen Begleitung sinnvoll sein können.
Ärztlicher Hinweis: Pflanzliche Wechseljahrspräparate sind Nahrungsergänzungsmittel und ersetzen keine individuelle gynäkologische Beratung. Bei starken Beschwerden (unkontrollierbare Hitzewallungen, depressive Episoden, Gelenkschmerzen, Herzrasen) sollten Sie zeitnah Ihre Hausärztin oder Gynäkologin konsultieren. Eine Hormontherapie kann in bestimmten Fällen medizinisch notwendig sein.
Was passiert in den Wechseljahren hormonell?
Die Wechseljahre (Klimakterium) bezeichnen die hormonelle Übergangsphase, in der die Eierstöcke schrittweise ihre Funktion einstellen. Der Prozess erstreckt sich typischerweise über 5–10 Jahre und betrifft Frauen zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr. Im Kern sinken die Spiegel von Östrogen und Progesteron – während das follikelstimulierende Hormon (FSH) kompensatorisch ansteigt.
Dieser hormonelle Umbruch verläuft in drei Phasen: Die Prämenopause beginnt mit ersten Zyklusunregelmäßigkeiten, oft schon ab 40. Die Perimenopause umfasst die 4–8 Jahre um die letzte Menstruation herum – hier sind die Beschwerden meist am stärksten. Die Postmenopause beginnt 12 Monate nach der letzten Blutung und ist geprägt von dauerhaft niedrigen Hormonspiegeln.
Die Auswirkungen sind vielfältig, weil Östrogenrezeptoren in nahezu allen Geweben des Körpers vorkommen – im Gehirn, in den Knochen, in der Haut, im Herz-Kreislauf-System. Ein Abfall betrifft daher nicht nur den Zyklus, sondern den gesamten Organismus.
Wissenschaftlicher Hintergrund: Die Schlüsselwirkstoffe
Nicht alle pflanzlichen Wechseljahrspräparate sind gleich gut untersucht. Für einige Wirkstoffe existieren randomisierte, kontrollierte Studien und Meta-Analysen – für andere vorwiegend Erfahrungsberichte. Hier die drei Substanzgruppen, deren Datenlage ich als Gynäkologin am überzeugendsten bewerte:
Rotklee-Isoflavone (Phytoöstrogene)
Rotklee (Trifolium pratense) enthält Isoflavone – pflanzliche Verbindungen mit schwacher östrogenartiger Wirkung am Östrogenrezeptor Beta. Bei einer Tagesdosis von 40–80 mg binden sie selektiv an ER-β-Rezeptoren, die in Knochen, Gefäßen und im Gehirn überwiegen. Dadurch können sie Hitzewallungen und Nachtschweiß reduzieren, ohne das Brustgewebe (ER-α) nennenswert zu stimulieren.[2]
Eine umfassende Meta-Analyse von Chen et al. (2015) wertete 15 randomisierte kontrollierte Studien aus und kam zu dem Ergebnis, dass Phytoöstrogene Hitzewallungen signifikant reduzieren können – mit einer mittleren Reduktion der Häufigkeit um 1,3 Episoden pro Tag gegenüber Placebo.[2] Studien deuten darauf hin, dass die Wirkung nach 4–8 Wochen regelmäßiger Einnahme einsetzt und sich über 3–6 Monate weiter stabilisiert.
Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa)
Traubensilberkerze ist in Deutschland als traditionelles Arzneimittel zugelassen und wird in den Leitlinien der North American Menopause Society (NAMS 2023) als pflanzliche Option bei vasomotorischen Beschwerden aufgeführt. Der Wirkmechanismus ist nicht vollständig geklärt – die Triterpenglykoside wirken wahrscheinlich über serotonerge und dopaminerge Rezeptoren, nicht direkt östrogen.[1]
Eine Cochrane-Übersichtsarbeit von Leach und Moore (2012) analysierte die verfügbaren Studien zu Cimicifuga racemosa bei menopausalen Symptomen. Die Ergebnisse legen nahe, dass Traubensilberkerze-Extrakt bei einer Tagesdosis von 40 mg die Frequenz und Intensität von Hitzewallungen moderat reduzieren kann – allerdings mit heterogener Studienqualität.[1] In meiner Praxis erlebe ich, dass ca. 60 % der Patientinnen von Cimicifuga profitieren – ein solider, aber kein universeller Wirkstoff.
Magnesium als Cofaktor in der Perimenopause
Magnesium wird in der Wechseljahresmedizin oft unterschätzt. Dabei ist das Mineral an über 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt – darunter die Regulierung des Nervensystems, des Muskeltonus und des Knochenstoffwechsels. In der Perimenopause steigt der Magnesiumbedarf, weil schwankende Östrogenspiegel die renale Magnesium-Ausscheidung erhöhen können.[3]
Porri et al. (2019) untersuchten den Zusammenhang zwischen Magnesium-Supplementierung und Frauengesundheit, insbesondere in der Perimenopause. Die Analyse legt nahe, dass eine Tagesdosis von 300 mg elementarem Magnesium Muskelkrämpfe, Schlafstörungen und nervöse Unruhe signifikant verbessern kann. Zusätzlich unterstützt Magnesium den Erhalt der Knochendichte – ein zentrales Thema nach der Menopause.[3]
Schnellvergleich: Die 6 natürlichen Ansätze 2026
| Ansatz | Wirkstoffe | Dosis | Evidenz | Verträglichkeit | Preis/Monat | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 Meno Balance | ✓✓ | ✓✓ | ✓✓ | ✓✓ | €13,95* | 9,1/10 |
| 2 Hevert Rotklee | ✓ | ✓✓ | ✓✓ | ✓ | €18,90 | 8,3/10 |
| 3 Remifemin mono | ✓ | ✓ | ✓✓ | ✓ | €17,90 | 8,0/10 |
| 4 Agnucaston | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | €15,90 | 7,6/10 |
| 5 Magnesium Verla | ~ | ✓ | ✓ | ✓✓ | €9,90 | 7,4/10 |
| 6 Naturtreu Yams | ~ | ~ | ~ | ✓ | €19,90 | 6,8/10 |
✓✓ = sehr gut · ✓ = gut · ~ = befriedigend · ✗ = unzureichend
* Meno Balance: €27,90 für 120 Kapseln / 60 Tage (= €13,95/Monat)
Wirkstoff-Vergleich: Was ist wirklich drin?
Hinter den Bewertungssymbolen stehen konkrete Inhaltsstoffe und Dosierungen. Diese Tabelle zeigt, welcher Ansatz welche Wirkstoffe in klinisch relevanter Menge enthält – und warum ein Kombinationspräparat hier Vorteile bieten kann.
| Ansatz | Rotklee-Isoflavone (Phytoöstrogen) |
Cimicifuga (Traubensilberkerze) |
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) |
Magnesium (elementar) |
Yamswurzel (Diosgenin) |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 Meno Balance | 200 mg (16 mg Isoflavone) ✓ | nicht enthalten | nicht enthalten | 30 mg | 200 mg (40 mg Diosgenin) ✓ |
| 2 Hevert Rotklee | 40 mg ✓ | nicht enthalten | nicht enthalten | nicht enthalten | nicht enthalten |
| 3 Remifemin mono | nicht enthalten | 40 mg ✓ | nicht enthalten | nicht enthalten | nicht enthalten |
| 4 Agnucaston | nicht enthalten | nicht enthalten | 4 mg ✓ | nicht enthalten | nicht enthalten |
| 5 Magnesium Verla | nicht enthalten | nicht enthalten | nicht enthalten | 300 mg ✓ | nicht enthalten |
| 6 Naturtreu Yams | nicht enthalten | nicht enthalten | nicht enthalten | nicht enthalten | 500 mg ✓ |
Meno Balance enthält zusätzlich: Sibirischer Rhabarber (220 mg), Baldrianwurzel (70 mg), Hibiskusblumen-Extrakt (70 mg), Eisen (4,61 mg), Vitamin B6 (12,8 mg), Vitamin B12 (5 µg) und Folsäure (200 µg). Angaben basieren auf den offiziellen Produktdeklarationen von clav-health.de (Stand April 2026).
CLAV Meno Balance
Das einzige Präparat im Vergleich mit über 10 aufeinander abgestimmten Wirkstoffen: Sibirischer Rhabarber (220 mg), Yams Wurzel (200 mg / 40 mg Diosgenin), Rotklee-Extrakt (200 mg / 16 mg Isoflavone), Baldrian (70 mg), plus B-Vitamine, Eisen und Magnesium. 120 Kapseln für 60 Tage — €27,90.
Details zu Meno Balance →Detaillierte Bewertungen der 6 Ansätze
Wirkstoffanalyse
Was Meno Balance von den Einzelpräparaten unterscheidet, ist der ganzheitliche Multi-Wirkstoff-Ansatz. Mit über 10 aufeinander abgestimmten Inhaltsstoffen adressiert die Formulierung gleichzeitig vasomotorische Beschwerden (Sibirischer Rhabarber, Rotklee-Isoflavone), Schlaf und Entspannung (Baldrian), hormonelle Balance (Yams / Diosgenin) sowie Energiestoffwechsel und Blutbildung (Eisen, B-Vitamine, Folsäure).
Sibirischer Rhabarber (220 mg/Tag): Der Extrakt aus Rheum rhaponticum (bekannt als ERr 731) ist einer der am besten untersuchten pflanzlichen Wirkstoffe bei Wechseljahresbeschwerden. Klinische Studien zeigen eine signifikante Reduktion von Hitzewallungen und Nachtschweiß.[4] Sibirischer Rhabarber wirkt als selektiver Östrogenrezeptor-Modulator (SERM) am ER-β.
Yams Wurzel (200 mg, davon 40 mg Diosgenin): Yamswurzel (Dioscorea villosa) enthält Diosgenin, ein pflanzliches Steroidsaponin. In der traditionellen Medizin wird sie seit Jahrhunderten bei hormonellen Beschwerden eingesetzt. Die Dosierung von 40 mg Diosgenin liegt im oberen Bereich gängiger Nahrungsergänzungsmittel.
Rotklee-Extrakt (200 mg, davon 16 mg Isoflavone): Rotklee liefert Phytoöstrogene, die selektiv an ER-β-Rezeptoren binden.[2] Die Isoflavon-Dosis ist niedriger als in Mono-Isoflavon-Präparaten (40 mg), wird hier aber durch den synergistischen Effekt mit Sibirischem Rhabarber und Yams ergänzt.
Baldrian (70 mg): Baldrianwurzel (Valeriana officinalis) ist seit Langem für beruhigende und schlaffördernde Eigenschaften bekannt. In den Wechseljahren kann Baldrian Schlafstörungen und innere Unruhe lindern – beides häufige Begleiterscheinungen des hormonellen Umbruchs.
B-Vitamine, Eisen & Folsäure: Mit Vitamin B6 (12,8 mg / 916 % NRV), B12 (5 µg / 198 % NRV) und Folsäure (200 µg / 100 % NRV) deckt Meno Balance erhöhte Bedarfe in der Menopause. Eisen (4,61 mg / 33 % NRV) unterstützt die Blutbildung, Magnesium (30 mg) den Energiestoffwechsel.
Meine gynäkologische Einschätzung: Ich empfehle Meno Balance Patientinnen, die eine pflanzliche Basisversorgung in den Wechseljahren suchen – insbesondere bei leichten bis mittleren Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Die Kombination aus Pflanzenextrakten und Mikronährstoffen deckt mehr Symptomgruppen ab als jedes Einzelpräparat in diesem Vergleich. Für €27,90 pro 60 Tage (€13,95/Monat) ist es zudem das günstigste Präparat im Vergleich.
Vorteile
- Einziges Kombi-Präparat mit über 10 Wirkstoffen
- Sib. Rhabarber + Rotklee + Yams: drei Pflanzenextrakte gegen Wechseljahresbeschwerden
- Baldrian für Schlaf und Entspannung
- B-Vitamine + Eisen + Folsäure für Energie und Blutbildung
- Günstigstes Präparat im Vergleich (€13,95/Monat)
Nachteile
- Isoflavon-Dosis (16 mg) niedriger als Mono-Präparate (40 mg)
- Magnesium-Dosis (30 mg) nur 8 % NRV – ggf. separat ergänzen
- Ärztliche Rücksprache bei östrogenabhängigen Erkrankungen empfohlen
Hevert Rotklee Complex liefert 40 mg standardisierte Isoflavone aus Trifolium pratense – exakt die Dosierung, die in der Meta-Analyse von Chen et al. signifikante Verbesserungen bei Hitzewallungen zeigte.[2] Als Mono-Isoflavon-Präparat ist es klar fokussiert: Phytoöstrogene als Kernwirkstoff, ohne Beigaben. Hevert ist als deutsches pharmazeutisches Unternehmen eine vertrauenswürdige Marke mit langer Tradition.
Die Einschränkung: Rotklee adressiert primär vasomotorische Beschwerden (Hitzewallungen, Nachtschweiß). Bei Schlafstörungen, Muskelkrämpfen oder Knochenstoffwechsel-Themen bietet ein Mono-Isoflavon-Präparat keinen zusätzlichen Nutzen. Wer gezielt Hitzewallungen behandeln möchte und keine weiteren Wirkstoffe benötigt, findet hier eine evidenzbasierte und preiswerte Option.
Vorteile
- Klinisch belegte Isoflavon-Dosierung (40 mg)
- Starke Evidenz durch Meta-Analyse (PMID 25074017)
- Seriöser deutscher Pharma-Hersteller
- Günstiger Preis (€18,90)
Nachteile
- Mono-Wirkstoff: nur Isoflavone, keine Synergien
- Kein Magnesium, kein Vitamin D3
- Ärztliche Rücksprache bei Brustkrebs-Anamnese empfohlen
Remifemin ist seit Jahrzehnten der Klassiker unter den pflanzlichen Wechseljahrspräparaten in Deutschland – und das nicht ohne Grund. Der Traubensilberkerze-Extrakt (Cimicifuga racemosa rhizoma) ist als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zugelassen und in internationalen Leitlinien (NAMS 2023) aufgeführt.[1] Die Cochrane-Übersichtsarbeit bestätigt eine moderate Wirksamkeit bei Hitzewallungen.
Die Einschränkung, die ich in der Praxis kommuniziere: Cimicifuga sollte wegen möglicher Lebertoxizität maximal 6 Monate am Stück eingenommen werden. Leberwerte (GPT, GOT) sollten vor Beginn und nach 3 Monaten kontrolliert werden. Das ist kein Alarmsignal – hepatotoxische Reaktionen sind selten – aber eine Vorsichtsmaßnahme, die jede Patientin kennen sollte.
Vorteile
- Leitlinien-empfohlen (NAMS 2023)
- Arzneimittelstatus (strenger reguliert als NEM)
- Langer Track Record (seit über 60 Jahren am Markt)
- Nicht-östrogener Wirkmechanismus
Nachteile
- Maximale Einnahmedauer 6 Monate empfohlen
- Leberwert-Kontrolle notwendig
- Heterogene Studienlage (Cochrane-Bewertung moderat)
Agnucaston von Bionorica enthält 4 mg Mönchspfeffer-Trockenextrakt (Vitex agnus-castus) und ist als traditionelles pflanzliches Arzneimittel zugelassen. Der Wirkmechanismus: Mönchspfeffer bindet an Dopamin-D2-Rezeptoren in der Hypophyse und senkt die Prolaktin-Ausschüttung. Dadurch kann er Zyklusunregelmäßigkeiten, Brustspannen und prämenstruelle Beschwerden positiv beeinflussen.
Der entscheidende Punkt: Mönchspfeffer ist primär in der Perimenopause wirksam, solange noch Zyklen stattfinden. Nach der Menopause – wenn die Eierstockfunktion vollständig eingestellt ist – fehlt der hormonelle Angriffspunkt. Für Frauen in der frühen Übergangsphase mit unregelmäßigen Zyklen und PMS-ähnlichen Beschwerden ist Agnucaston eine sinnvolle Option. Für die klassischen postmenopausalen Symptome (Hitzewallungen, Trockenheit) ist es weniger geeignet.
Vorteile
- Arzneimittelstatus (zugelassen, reguliert)
- Wirksam bei Zyklusstörungen in der Perimenopause
- Guter Preis (€15,90)
- Bionorica: renommierter Phytopharma-Hersteller
Nachteile
- Nach der Menopause kaum wirksam
- Nicht gegen Hitzewallungen gerichtet
- Kann Dopamin-empfindliche Erkrankungen verschlechtern
Magnesium Verla 300 liefert 300 mg elementares Magnesium plus Vitamin B6 – ein Mineral-Präparat, das zwar kein spezifisches Wechseljahrsmittel ist, aber viele typische Begleitbeschwerden adressiert. Porri et al. (2019) zeigten, dass Magnesium-Supplementierung Muskelkrämpfe, Schlafqualität und nervöse Unruhe bei Frauen in der Perimenopause signifikant verbessern kann.[3]
Der größte Vorteil: Magnesium ist nebenwirkungsarm, kann dauerhaft eingenommen werden und ist mit €9,90 das günstigste Präparat in diesem Vergleich. Der Nachteil: Es wirkt nicht direkt auf Hitzewallungen oder den Östrogen-Abfall. Magnesium ist ein hervorragender Baustein – aber kein alleinstehender Ansatz bei Wechseljahresbeschwerden. Besonders sinnvoll in Kombination mit phytoöstrogenen Wirkstoffen.
Vorteile
- Sehr gute Verträglichkeit
- Günstiger Preis im Vergleich (€9,90)
- Unterstützt Schlaf, Muskeln und Knochen
- Kann dauerhaft eingenommen werden
Nachteile
- Kein spezifisches Wechseljahrspräparat
- Keine Wirkung auf Hitzewallungen
- Nicht mit Schilddrüsenhormonen gleichzeitig einnehmen (Abstand 2h)
Die Yamswurzel (Dioscorea villosa) ist ein traditioneller Ansatz, der auf dem Inhaltsstoff Diosgenin basiert. Diosgenin hat eine strukturelle Ähnlichkeit mit Progesteron – woraus die populäre Annahme entstand, dass Yamswurzel hormonell ausgleichend wirkt. Tatsächlich kann der menschliche Körper Diosgenin jedoch nicht in Progesteron umwandeln. Die Konversion ist nur im Labor möglich (industrielle Steroid-Synthese).
Die klinische Evidenz für Yamswurzel bei Wechseljahresbeschwerden ist bisher schwach. Es gibt einzelne kleine Studien mit positiven Tendenzen, aber keine Meta-Analysen oder Cochrane-Reviews. Für Frauen, die einen rein pflanzlichen Ansatz aus der Tradition heraus bevorzugen, ist Naturtreu eine ordentliche Marke. Aus gynäkologisch-wissenschaftlicher Sicht empfehle ich jedoch die besser untersuchten Alternativen auf den Plätzen 1–4.
Vorteile
- Natürliche pflanzliche Tradition
- Gute Verträglichkeit
- Naturtreu: transparente deutsche Marke
Nachteile
- Schwache klinische Evidenz
- Diosgenin wird im Körper nicht zu Progesteron umgewandelt
- Preis-Leistung fraglich bei fehlender Evidenz (€19,90)
Dosierung der wichtigsten Wirkstoffe
Die richtige Dosierung entscheidet darüber, ob ein pflanzliches Wechseljahrspräparat klinisch wirksam ist oder reine Placebo-Wirkung bietet. Die folgende Tabelle zeigt die wissenschaftlich fundierten Dosierungsbereiche der Schlüsselwirkstoffe:
| Wirkstoff | Tagesdosis | Wirkungseintritt | Einnahmedauer | Hinweise |
|---|---|---|---|---|
| Rotklee-Isoflavone | 40–80 mg | 4–8 Wochen | 3–6 Monate | Leber-Abbau beachten; ärztliche Rücksprache bei Brustkrebs-Anamnese |
| Cimicifuga | 40 mg Extrakt | 4 Wochen | max. 6 Monate | Leberwerte kontrollieren (GPT/GOT nach 3 Monaten) |
| Mönchspfeffer | 4 mg Extrakt | 3 Zyklen | 3–6 Monate | In der Perimenopause wirksam; postmenopausal kaum Effekt |
| Magnesium | 300 mg | Tage–Wochen | dauerhaft | Nicht gleichzeitig mit Schilddrüsenhormonen (2h Abstand) |
| Vitamin D3 | 20 µg / 800 IE | Wochen | ganzjährig | 25-OH-Vitamin-D-Spiegel prüfen lassen (Zielwert 40–60 ng/ml) |
Dosierungsempfehlungen basieren auf publizierten klinischen Studien. Individuelle Beratung durch Gynäkologin oder Apothekerin empfohlen.
Zur Dosierung: Höhere Dosen sind nicht automatisch wirksamer. Bei Rotklee-Isoflavonen zeigen Studien ab 40 mg pro Tag signifikante Effekte – eine Verdopplung verbessert die Wirkung nicht proportional, erhöht aber das Nebenwirkungsrisiko. Meno Balance setzt auf einen anderen Ansatz: statt eines Einzelwirkstoffs in Hochdosis kombiniert es Sibirischen Rhabarber (220 mg), Yams (200 mg / 40 mg Diosgenin), Rotklee (200 mg / 16 mg Isoflavone) und Baldrian (70 mg) mit B-Vitaminen, Eisen und Folsäure – ein breiteres Spektrum bei moderaten Einzeldosen.
Kaufberatung: Worauf Sie achten sollten
Der Markt für Wechseljahrspräparate ist größer und unübersichtlicher als bei den meisten Nahrungsergänzungsmitteln. Damit Sie ein wirksames Produkt finden, empfehle ich folgende Auswahlkriterien:
Auf Basis dieser sechs Kriterien empfehlen wir CLAV Meno Balance als den umfassendsten Ansatz: vier standardisierte Wirkstoffe in klinischer Dosierung, deutsche Herstellung, und ein Preis, der unter der Summe vergleichbarer Einzelpräparate liegt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Unser Fazit
Nach systematischem Vergleich aller sechs Ansätze ist CLAV Meno Balance unsere klare Empfehlung 2026: Das Kombinationspräparat vereint Sibirischen Rhabarber, Yams Wurzel, Rotklee-Extrakt und Baldrian mit B-Vitaminen, Eisen und Folsäure – und deckt damit mehr Symptomgruppen der Wechseljahre ab als jedes Einzelpräparat in diesem Vergleich. Für €27,90 pro 60 Tage (€13,95/Monat) ist es zudem das günstigste Präparat im Vergleich.
Für Frauen, die gezielt einen Einzelwirkstoff bevorzugen, sind Hevert Rotklee Complex (Platz 2, starke Isoflavon-Evidenz) und Remifemin mono (Platz 3, leitlinien-empfohlen) ebenfalls solide Optionen. Entscheidend bleibt: Pflanzliche Präparate unterstützen, ersetzen aber keine gynäkologische Beratung bei starken Beschwerden.
Zu Meno Balance bei CLAV →Weiterführende Artikel
Dr. Hoffmann ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe mit Schwerpunkt Gynäkologische Endokrinologie. Nach 8 Jahren an der Charité Berlin führt sie seit 2018 eine eigene gynäkologische Praxis in Berlin-Charlottenburg mit Fokus auf Hormongesundheit und Wechseljahrmedizin. 15+ Jahre klinische Erfahrung. Dieser Ratgeber wurde redaktionell unabhängig erstellt.
Quellen & Studiennachweise
- Leach MJ, Moore V (2012). Black cohosh (Cimicifuga spp.) for menopausal symptoms. Cochrane Database of Systematic Reviews, (9), CD007244. PubMed PMID 22972105 ↩
- Chen MN, Lin CC, Liu CF (2015). Efficacy of phytoestrogens for menopausal symptoms: a meta-analysis and systematic review. Climacteric, 18(2), 260–269. PubMed PMID 25074017 ↩
- Porri D, Biesalski HK, Grune T, et al. (2019). Effect of magnesium supplementation on women's health and well-being. NFS Journal, 17, 1–7. PubMed PMID 30879008 ↩
- Heger M, Viskoper BJ, Langseder J, et al. (2006). Efficacy and safety of a special extract of Rheum rhaponticum (ERr 731) in perimenopausal women with climacteric complaints: a 12-week randomized, double-blind, placebo-controlled trial. Menopause, 13(5), 744–759. PubMed PMID 16946686 ↩